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Zitat am Dienstag: (wieder aus Kaiser)

 

„Die metaphorisch reiche Sprache der Dichtung lässt erkennen, worauf Poesie als Sprachkunst letztlich gründet: nämlich auf dem grundsätzlich metaphorischen Charakter der Sprache, die, indem sie Zeichen für Bezeichnetes setzt, immer doch nur zeichenhaft bleibt und gerade damit unsere Fähigkeiten zur psychischen und sensuellen Substitution in Anspruch nimmt. So sagt Friedrich Nietzsche sprachkritisch in seinem für die Sprachtheorien der Moderne grundlegenden Aufsatz Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn: Der Sprachbildner ‚bezeichnet nur die Relationen der Dinge zu den Menschen und nimmt zu deren Ausdruck die kühnsten Metaphern zu Hilfe. Ein Nervenreiz, zuerst übertragen in ein Bild! Erste Metapher. Das Bild wird nachgeformt in einem Laut! Zweite Metapher. Und jedes Mal vollständiges Überspringen der Sphäre, mitten hinein in eine ganz andre und neue.’(24)

Für die Dichtung bedeutet dies, dass sie Reichtum aus einem Mangel, der Uneigentlichkeit der Wörter, zieht. Versucht die Lautmalerei, wenn sie künstlich Entsprechungen zwischen Wortklang und Sache herstellt, den Riß zwischen den Sphären zu überspielen, so akzentuiert und steigert die literarische Metapher den Sprung zwischen Zeichen und Bezeichnetem. Sie setzt ihn als Signal für die Zentriertheit der Welt im zeichensetzenden Menschen und gleichzeitig zur Dynamisierung der Vorstellungen ein. Das zu Bezeichnende wird metaphorisch facettiert und mit wechselnden Akzentsetzungen umkreist und aktualisiert. Die Reduktion, Abstraktion und Konventionalität der Sprache als Zeichensystem kann so zum Anstoß werden, ihr abwechselnd durch Überspielung und kunstvolle Verdoppelung der Uneigentlichkeit Konkretion, sensuelle Dichte und Bewegung abzugewinnen, so dass aus der Bewegtheit des dichterischen Sprechens eine Bewegtheit des Aufnehmenden erzeugt wird…

(Kaiser, a.a.O. S.15)

 

Thesen und Aspekte, die sich hieraus ergeben:

-         Dichtung = Reichtum aus Armut

-         Sprache = grundsätzlich metaphorisch

-         Menschen setzen Zeichen – Dichter steigern dies nochmals in eine andere Ebene

-         Welt ist im Menschen – im Zeichen

-         Dichter bewegt Leser

13.2.07 20:06
 


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