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Zitate der Woche: Montag, 12. Februar

 

Zitat aus: Gerhard Kaiser, Wozu noch Literatur? Über Dichtung und Leben, München, 1996, Beck’sche Reihe, 1164, S. 57

 

„Es dürfte sich bestätigt haben, daß Dichtung als Abbildung, Auswahl, Verdichtung, Komposition, Stilisierung, Selbstreflexion mehr und anderes ist als eine bloße sprachliche Verdoppelung der gegebenen Welt. Sie ist im Darstellen […] immer auch Deutung der Welt. Diese Verschmelzung von Darstellung und Deutung ist vielleicht das wichtigste Kennzeichen der Dichtung, das sie mit der bildenden Kunst gemein hat, und ihr Hauptunterschied von allen Theorien und wissenschaftlichen Interpretationen der Welt. Die Dichtung sagt gleichzeitig, dass, wie und warum etwas ist.“

 

Eigene Gedanken dazu ergeben sich zwangsläufig:

Merke: Dichtung ist immer Abbild, Verdichtung, Stilisierung usw. Dichtung ist Welt und enthält Welt und sagt gleichzeitig, warum etwas da ist…dass es da ist, sagt sie sowieso und es ist immer da in dem Moment, wenn wir Dichtung aufnehmen und zu unserem Teil der Welt hinzufügen.

Der Dichter, Schriftsteller, handelt in der Welt und schafft gleichzeitig Welt, gewissermaßen „verhandelte“ Welt, die er zwischen sich und dem jeweiligen Leser „aushandelt“. Wenn ich lese, trete ich in „Verhandlungen“ mit dem Dichter ein über das, was wir beide gemeinsam –oder auch nicht – an „Welt“ zur Verfügung haben. Diese Verfügungsmasse von Welt ergibt dann eine neue oder auch nur die „eine“ Interpretation, die just nur grad für den einen Moment des jeweiligen Lesens zur Verfügung steht…und danach wieder verblassen muss gegen die unzähligen neuen Welten, die ständig beim Interpretieren geschaffen werden.

12.2.07 16:39
 


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